Der Geschlagene Wald

DER GESCHLAGENE WALD, 28/04/2016

 

Was ist nur mit mir geschehen?

In den nahen Wald zu gehen,

ist nicht länger ein Vergnügen!

Nicht länger gehen die nimmermüden

Beine über weichen Boden.

Seit sie anfingen, zu roden!

Fort die Bäume, alle gefällt,

Sonnenlicht alle Wege erhellt.

 

Damals, auf zwielichtigem Pfad,

hörte ich manch weisen Rat.

Doch seit der Bäume Blätterdach

nicht mehr schützend und gemach

Ideen und Inspirationen,

die sonst oft im Walde wohnen,

mir mit sanftem Blatte schenken –

seitdem kann ich nicht mehr denken.

 

Diese Stunden sind vorbei,

alles liegt nun nackt und frei.

Weg ist das Holz, für immer geschlagen,

Bauholz – ließen sie mir sagen.

Allüberall herrscht grelles Licht,

reißt mir die Worte aus dem Gesicht,

oder sie bleiben im Halse stecken,

viel kann ich dort nicht mehr entdecken.

 

Die Wege, ich mag sie nicht länger gehen,

jeder kann mich jetzt dort sehen.

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Um mich den Augen zu entziehen,

um den entblößenden Blicken zu fliehen,

und mir nicht die Haare zu raufen,

ging ich schneller, kam zum Laufen.

 

Und benutze nunmehr mein Heim

für den sonst unter lichtem Laub gefundenen Reim.

 

©Sabine van de Sand, 2016-05-06

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